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Moria – Europas Schande

Das Flüchtlingscamp Moria auf dem griechischen Lesbos ist seit Jahren ein Symbol für das Scheitern der europäischen Idee und wird nun immer mehr zum Symbol für Europas Schande. Hier sind mehr als 20.000 Menschen in einem Lager, das ursprünglich für 7.000 Menschen ausgelegt war, zusammengefercht. Seit Jahren ist es nicht gelungen, eine Lösung zu finden, wie die Geflüchteten in anderen europäischen Ländern aufgenommen werden können. Europa war nicht einmal in der Lage, für vernünftige hygienische Bedingungen und eine ausreichende Versorgung zu sorgen.

 

Unhaltbare Zustände und europäisches Versagen

Vor Wochen hat der Bund beschlossen, 1.500 Kinder aus Moria in Deutschland aufzunehmen. Auf LINKEN Druck hin fasste auch der Brandenburger Landtag einen Beschluss, zu prüfen, wie eine Aufnahme stattfinden kann. Passiert ist seitdem nichts.

Was aber passiert ist, ist dass die schlimmste Pandemie seit 100 Jahren über die Welt hereingebrochen ist. Auf Lesbos gibt es erste Menschen, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Noch gibt es keinen bestätigten Fall unter den Geflüchtetem im Camp – das ist aber wohl nur eine Frage der Zeit. Es ist zu erwarten, dass es aufgrund der katastrophalen hygienischen Zustände und der faktisch nicht vorhandenen medizinischen Versorgung unter den oftmals geschwächten Geflüchteten zu hunderten, vielleicht auch zu tausenden, Toten kommen wird.

 

 

 

 

 

Selbstorganisation braucht Unterstützung

Und gleichzeitig verschlechtern sich die Bedingungen weiter. Die Wasserversorgung ist völlig unzulänglich und fällt teilweise ganz aus, ein Brand hat Teile des Lagers zerstört, der Müll wird nicht mehr abgeholt und die internationalen Hilfsorganisationen haben sich aus dem Lager vollständig zurück gezogen. Lediglich die Organisation „Stand by me Lesvos“ ist noch vor Ort aktiv. Mit ihrer Hilfe haben sich die Geflüchteten selbst organisiert und kämpfen gegen das Virus. Mit dem Awareness-Team und den White Helmets sorgen sie mit Plakaten für Aufklärung, nähen Stoffmasken, kümmern sich um den Müll und versuchen zu organisieren, dass niemand das Camp verlässt. Dafür brauchen sie dringend Unterstützung. Wer helfen will, kann hier spenden: Stand by me Lesvos.

Als LINKE fordern wir, die Lager in Griechenland sofort zu evakuieren und die Geflüchteten in andere EU-Länder zu verteilen. Wenigstens die besonders schutzbedürftigen Geflüchteten müssen dort sofort raus geholt und für die verbleibenden Geflüchteten die Versorgung und die Bedingungen verbessert werden.

 

Der Artikel erscheint in der HavelBrandung der Zeitung der LINKEN in Brandenburg an der Havel. Herzlichen Dank an Kethleen Kunath für das zur Verfügung stellen der Fotos, die sie bei einem Besuch auf Lesbos im Februar gemacht hat.