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DIE LINKE. Dallgow-Döberitz spricht sich einstimmig für das Stolperstein-Projekt in Dallgow-Döberitz aus

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 10. Oktober 2008 setzte sich DIE LINKE. Dallgow-Döberitz mit der Debatte um das Setzen von Stolpersteinen in Dallgow-Döberitz auseinander.

Einstimmig wurde folgender Beschluss gefasst:

  1. DIE LINKE. Dallgow-Döberitz unterstützt das Setzen von Stolpersteinen in Dallgow-Döberitz.
  2. DIE LINKE hält diese Form des Erinnerns – das Aufzeigen, wo jüdisches Leben im Alltag stattgefunden hat – für eine sehr wichtige, weil sie nicht an einem anonymen Ort (wie bspw. am Bahnhof), sondern genau dort erinnert, wo die Menschen ihren Lebensmittelpunkt hatten.
  3. DIE LINKE wird in der Gemeindevertretung und öffentlich um die Umsetzung des Projektes „Stolpersteine“ in Dallgow-Döberitz kämpfen.
  4. Die Gemeindevertreterinnen Dagmar Schubert und Andrea Johlige werden aufgefordert, bei den anderen politischen Kräften in Dallgow-Döberitz für das Setzen der Stolpersteine zu werben.
  5. Die Stolperstein-Initiative ist über diesen Beschluss zu informieren.

Die Ortsvorsitzende der LINKEN, Andrea Johlige, erklärt zu diesem Beschluss:
„In der öffentlichen Debatte um das Setzen der Stolpersteine positionieren wir uns eindeutig für das Projekt. Wir sind ein wenig überrascht, dass das bisher von allen politischen Kräften in Dallgow-Döberitz begrüßte Projekt wegen des Einwands Einzelner zur Disposition gestellt wird. Immerhin wurde das Projekt vom Bürgermeister Jürgen Hemberger in der Gemeindevertretung vorgeschlagen und keine Fraktion äußerte Bedenken"

Sie greift den CDU-Ortsvoritzenden Jörg Vahl ob seines Verhaltens in dieser Debatte scharf an:
„Vor allem der Schlingerkurs des CDU-Vorsitzenden Jörg Vahl befremdet uns. Hat er erst das Projekt aktiv unterstützt und sogar mitgearbeitet, erklärt er kurz nach dem Bekanntwerden der Einwände der CDU-Mitglieder Ingrid und Dieter Weber, dass er das Projekt nicht weiter unterstützt. Es entsteht der Eindruck, dass er aus Opportunitätsgründen gegenüber seinen Parteifreunden dieses für Dallgow-Döberitz wichtige Projekt nun blockiert. Politische Klarheit und Beständigkeit sieht jedenfalls anders aus. Er wird einiges erklären müssen, um in dieser Debatte wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen.“

Zu den „Ausweichmöglichkeiten“, die in die Debatte eingeführt wurden, erklärt Frau Johlige weiter:
„Das Stolperstein-Projekt ist geeignet, im Alltag die Menschen heute darauf hinzuweisen, dass hier jüdischer Alltag stattgefunden hat und dieses jüdische Leben durch den nationalsozialistischen Wahn ausgelöscht wurde. Das ist aus unserer Sicht eine neue Qualität der Erinnerungskultur. Die derzeit diskutierten Alternativen haben alle das Problem, dass sie den Opfern gerade dort, wo sie gelebt haben, nicht erinnern wollen, sondern an einem anonymen Ort wie dem Bahnhof. Der eigentliche Sinn der Stolpersteine, wird damit verfehlt. Deshalb werden wir uns zwar nicht gegen eine der diskutierten Alternativen stellen, wir favorisieren aber eindeutig die Stolpersteine.“