Hier dokumentiere ich einen Brief des Kreisvorstandes der LINKEN Havelland an den Parteivorstand:
Liebe Genossinnen und Genossen des Bundesvorstandes, liebe Genossinnen L<//span>ö<//font><//span>tzsch und Lay, liebe Genossen Ernst, Dreibus und Maurer,<//span><//font>
mit Befremden haben wir von eurem Beschluss Kenntnis erlangt, dass die Partei<//span>ä<//font><//span>mter Parteivorsitzende, Bundesgesch<//span>ä<//font><//span>ftsf<//span>ü<//font><//span>hrerInnen und Parteibildungsbeauftragte hauptamtlich ausge<//span>ü<//font><//span>bt werden und der Bundesschatzmeister mit den einzelnen AmtsinhaberInnen Vertr<//span>ä<//font><//span>ge <//span>ü<//font><//span>ber die H<//span>ö<//font><//span>he der Bez<//span>ü<//font><//span>ge abschlie<//span>ß<//font><//span>t. Zwar erw<//span>ä<//font><//span>hnt ihr in eurem Beschluss, dass die Bez<//span>ü<//font><//span>ge aus dem Abgeordnetenmandat, das alle AmtsinhaberInnen parallel innehaben, ber<//span>ü<//font><//span>cksichtigt werden sollen, aber auch Verluste aus bisherigen Arbeitsverh<//span>ä<//font><//span>ltnissen sollen in die H<//span>ö<//font><//span>he der Bez<//span>ü<//font><//span>ge eingehen und die Bez<//span>ü<//font><//span>ge d<//span>ü<//font><//span>rfen insgesamt den bisherigen Haushaltsansatz (in H<//span>ö<//font><//span>he von 240.000 Euro j<//span>ä<//font><//span>hrlich, aus diesen wurde jedoch bisher der Schatzmeister finanziert, der kein Abgeordnetenmandat inne hatte) nicht <//span>ü<//font><//span>berschreiten. <//span><//font>
Wir stellen dazu fest:<//font><//span>
1.<//font> <//span><//span><//span>Es ist absolut unverst<//span>ä<//font><//span>ndlich, weshalb der Bundesvorstand vom bisherigen Konsens innerhalb der Partei, dass Partei<//span>ä<//font><//span>mter nur dann hauptamtlich sind, wenn die AmtsinhaberInnen keine Mandate innehaben, abr<//span>ü<//font><//span>ckt. Bisher gab es unseres Wissens maximal die Aufstockung der Bez<//span>ü<//font><//span>ge bis zur H<//span>ö<//font><//span>he der Bez<//span>ü<//font><//span>ge einer/s stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Bundestag. Vier der f<//span>ü<//font><//span>nf <//span>„<//font><//span>betroffenen<//span>“<//font><//span> AmtsinhaberInnen sind aber bereits stellvertretende Fraktionsvorsitzende und haben demnach bereits jetzt h<//span>ö<//font><//span>here Bez<//span>ü<//font><//span>ge aus ihrem Abgeordnetenmandat. Zus<//span>ä<//font><//span>tzliche Bez<//span>ü<//font><//span>ge aus den durchaus knappen Finanzen der Partei erscheinen uns unangebracht und auch unn<//span>ö<//font><//span>tig. <//span><//font><//font>
2.<//font> <//span><//span><//span>Auch die H<//span>ö<//font><//span>he der zur Verf<//span>ü<//font><//span>gung stehenden Gelder scheint unangemessen. Bei f<//span>ü<//font><//span>nf AmtsinhaberInnen (eine hat ja bereits Verzicht erkl<//span>ä<//font><//span>rt) stehen pro Person fast 50.000 Euro zur Verf<//span>ü<//font><//span>gung. Das sind ca. 4000 Euro monatlich im Schnitt. Da es sich um individuelle Vereinbarungen handeln soll und auch bisherige Arbeitsverh<//span>ä<//font><//span><//font><//font>ltnisse einbezogen werden, mag dies im Einzelfall sogar noch nach oben abweichen.
<//span>Liebe Genossinnen und Genossen des Bundesvorstandes, glaubt ihr wirklich, dass Bundestagsabgeordnete 4000 Euro zus<//span>ä<//font><//span>tzlich im Monat zum Leben brauchen? Findet ihr das angemessen? Wie wollt ihr das den Genossinnen und Genossen an der Basis erkl<//span>ä<//font><//span>ren? <//span><//font><//font>
3.<//font> <//span><//span><//span>In den Kreis- und Landesverb<//span>ä<//font><//span>nden sind zahlreiche Genossinnen und Genossen t<//span>ä<//font><//span>tig, die ihre gesamte Freizeit f<//span>ü<//font><//span>r die Partei opfern, und daf<//span>ü<//font><//span>r keinen Cent bekommen und bekommen wollen. In den Kreisverb<//span>ä<//font><//span>nden gibt es nicht wenige, die nicht einmal ihre Auslagen wie Fahrtkosten o.<//span>ä<//font><//span>. abrechnen, um dem Kreisverband die dringend notwenigen Gelder f<//span>ü<//font><//span>r politische Arbeit zu sichern. Wie wollt ihr diesen Genossinnen und Genossen diesen Beschluss erkl<//span>ä<//font><//span>ren?<//span><//font><//font>
4.<//font> <//span><//span><//span>Bei einem durchschnittlichen Mitgliedsbeitrag im Osten braucht es 2000 DurchschnittsbeitragszahlerInnen, die diese 240.000 Euro aufbringen. 2000 Beitragszahlerinnen von denen nicht wenige sozial schwach sind und die ihren Mitgliedsbeitrag gut und gerne f<//span>ü<//font><//span>r andere Sachen gebrauchen k<//span>ö<//font><//span>nnten. Liebe Genossinnen L<//span>ö<//font><//span>tzsch und Lay, liebe Genossen Ernst, Dreibus und Maurer, wie wollt ihr diesen Genossinnen und Genossen erkl<//span>ä<//font><//span>ren, dass ihr euch zus<//span>ä<//font><//span>tzlich zu euren Bez<//span>ü<//font><//span>gen aus eurem <//span>Bundestagsmandat aus den wahrlich nicht <//span>ü<//font><//span>ppigen Parteifinanzen finanzieren lasst? <//span><//font><//font>
5.<//font> <//span><//span><//span>Die Transparenz, die wir in den Parlamenten immer wieder einfordern, scheint in der eigenen Partei nicht gewollt zu sein. W<//span>ä<//font><//span>hrend in den Parlamenten die Abgeordneten in <//span>ö<//font><//span>ffentlicher Sitzung ihre Bez<//span>ü<//font><//span>ge festlegen, soll dies in unserer Partei zwischen dem Schatzmeister und den jeweiligen AmtsinhaberInnen festgelegt werden. Wir als LINKE, die immer fordert, der Selbstbedienungsmentalit<//span>ä<//font><//span>t in den Parlamenten ein Ende zu machen, lassen also nicht einmal den Parteivorstand <//span>ü<//font><//span>ber die H<//span>ö<//font><//span>he der Bez<//span>ü<//font><//span>ge entscheiden, sondern <//span>ü<//font><//span>berlassen es den AmtsinhaberInnen selbst. Da dem Beschluss nicht zu entnehmen ist, dass der Parteivorstand <//span>ü<//font><//span>ber die H<//span>ö<//font><//span>he der vereinbarten Bez<//span>ü<//font><//span>ge informiert werden muss, scheint nicht einmal im Nachhinein Transparenz gewollt zu sein. <//span><//font><//font>
Liebe Genossinnen und Genossen des Parteivorstandes,<//font><//span>
wir fordern euch auf, diesen Beschluss zu <//span>ü<//font><//span>berdenken. Glaubw<//span>ü<//font><//span>rdigkeit im Denken und Handeln einer Partei misst sich nat<//span>ü<//font><//span>rlich auch und gerade am Handeln der Bundesspitze. Es mag sein, dass wir <//span>„<//font><//span>nicht nur Wein predigen (wollen), sondern ihn auch trinken<//span>“<//font><//span> (Zitat Ernst), jedoch ist Ma<//span>ß<//font><//span>losigkeit gerade beim Weinkonsum kein guter Ratgeber. Wir wollen nicht anfangen, euch Beispiele zu nennen, was in dieser Partei mit 240.000 Euro j<//span>ä<//font><//span>hrlich an sinnvollen Sachen alles gemacht werden k<//span>ö<//font><//span>nnte, da f<//span>ä<//font><//span>llt euch allen sicher einiges selbst ein. Wir wollen aber daf<//span>ü<//font><//span>r pl<//span>ä<//font><//span>dieren, DIE LINKE auch weiterhin als Solidargemeinschaft zu verstehen, in der es nicht Usus ist, dass einige wenige auf Kosten der Partei <//span>ü<//font><//span>ber ihre Verh<//span>ä<//font><//span>ltnisse leben. <//span><//font>
Wir fordern euch auf, der gebotenen Transparenz Gen<//span>ü<//font><//span>ge zu tun und die durch die Partei gezahlten Eink<//span>ü<//font><//span>nfte der Amtstr<//span>ä<//font><//span>gerInnen offen zu legen. Die Mitgliedschaft hat auch hier das Recht, zu erfahren, <//span>was mit ihren Mitgliedsbeitr<//span>ä<//font><//span>gen passiert. <//span><//font>
Liebe Genossinnen L<//span>ö<//font><//span>tzsch und Lay, liebe Genossen Ernst, Dreibus und Maurer, <//span><//font>
wir fordern jeden einzelnen von euch auf, euch der Erkl<//span>ä<//font><//span>rung der GenossInnen Sharma und Wawzyniak anzuschlie<//span>ß<//font><//span>en, und auf zus<//span>ä<//font><//span>tzliche Bez<//span>ü<//font><//span>ge seitens der Partei f<//span>ü<//font><//span>r die Dauer der Aus<//span>ü<//font><//span>bung eures Bundestagsmandats zu verzichten, anzuschlie<//span>ß<//font><//span>en!<//span><//font>
Mit sozialistischen und solidarischen Gr<//span>üß<//font><//span>en,<//span><//font>
für den Kreisvorstand Andrea Johlige, Vorsitzende<//font><//span>